Coworking oder Homeoffice? Welche Arbeitsform passt zu Selbständigen und kleinen Unternehmen?

Homeoffice ist flexibel, aber nicht für jede Tätigkeit ideal. Wir vergleichen Homeoffice, Coworking und das eigene Büro anhand von Konzentration, Ergonomie, Kosten und professioneller Aussenwirkung.

Homeoffice ist flexibel, aber nicht für jede Tätigkeit ideal. Wir vergleichen Homeoffice, Coworking und das eigene Büro anhand von Konzentration, Ergonomie, Kosten und professioneller Aussenwirkung.

Coworking oder Homeoffice? Welche Arbeitsform passt zu Selbständigen und kleinen Unternehmen?

Homeoffice gehört für viele Selbständige, Berater und Angestellte inzwischen zum normalen Arbeitsalltag. Es spart den Arbeitsweg, ermöglicht eine flexible Tagesplanung und verursacht zunächst keine zusätzlichen Raumkosten. Trotzdem ist das Arbeiten in der eigenen Wohnung nicht für jede Person und nicht für jede Tätigkeit die beste Lösung.

Ein Coworking Space bietet eine Alternative zwischen Homeoffice und einem dauerhaft gemieteten Büro. Er verbindet einen professionellen Arbeitsplatz mit einer flexibleren Nutzung. Ob sich Coworking tatsächlich lohnt, hängt jedoch von den persönlichen Anforderungen, der Art der Tätigkeit und der vorhandenen Arbeitsumgebung zu Hause ab.

Homeoffice ist in der Schweiz dauerhaft angekommen

Bereits 2019 arbeitete rund ein Viertel der Erwerbstätigen in der Schweiz zumindest gelegentlich im Homeoffice. Im Jahr 2021 stieg dieser Anteil auf etwa 40 Prozent. 2022 lag er immer noch bei 37 Prozent. Im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation arbeiteten sogar mehr als 80 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause aus. :contentReference[oaicite:1]{index=1}

Diese Zahlen zeigen, dass Homeoffice nicht mehr nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Gleichzeitig bedeutet die technische Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, noch nicht automatisch, dass dort auch dauerhaft gute Arbeitsbedingungen vorhanden sind.

Eine 2025 im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft durchgeführte Untersuchung analysierte die Homeoffice-Situation von 2’855 Personen aus 13 Schweizer Betrieben. 90 Prozent der Teilnehmenden waren mit ihrem Arbeitsplatz zu Hause zufrieden oder sehr zufrieden. Bei der fachlichen Beurteilung erfüllten jedoch nur 35 Prozent der untersuchten Arbeitsplätze die zehn wichtigsten Kriterien einer ergonomisch guten Gestaltung. Die Studie ist aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht vollständig repräsentativ für alle Erwerbstätigen in der Schweiz, zeigt aber eine deutliche Differenz zwischen subjektiver Zufriedenheit und objektiver Arbeitsplatzgestaltung. :contentReference[oaicite:2]{index=2}

1. Konzentration und Störungen

Ob zu Hause konzentriert gearbeitet werden kann, hängt stark von der Wohnsituation ab. Ein separates Arbeitszimmer bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen. Schwieriger wird es, wenn am Esstisch, im Wohnzimmer oder in einem gemeinsam genutzten Raum gearbeitet werden muss.

Mögliche Störungen im Homeoffice sind:

  • andere Personen im Haushalt,
  • Haushaltsarbeiten,
  • private Telefonate,
  • Paketlieferungen,
  • Fernsehen und andere Ablenkungen,
  • fehlende räumliche Distanz zum Privatleben.

Ein Coworking Space schafft einen klar definierten Arbeitsort. Allein der Ortswechsel kann dabei helfen, den Arbeitstag bewusster zu beginnen und zu beenden.

Allerdings ist nicht jeder Coworking Space automatisch ruhig. Grosse Gemeinschaftsbüros mit vielen wechselnden Nutzern, Telefongesprächen und Veranstaltungen können ebenfalls störend sein. Wer hauptsächlich konzentriert arbeitet, sollte deshalb auf die Anzahl der Arbeitsplätze, die Raumaufteilung und die geltenden Verhaltensregeln achten.

2. Trennung zwischen Beruf und Privatleben

Die räumliche Nähe von Arbeit und Privatleben ist einer der grössten Vorteile und gleichzeitig eine der grössten Herausforderungen des Homeoffice.

Wer zu Hause arbeitet, kann private Termine leichter organisieren und spart den Arbeitsweg. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Arbeit und Freizeit ineinander übergehen. Der Computer bleibt sichtbar, geschäftliche Nachrichten werden auch am Abend beantwortet und eine klare Grenze zwischen Arbeitszeit und Erholung fehlt.

Ein externer Arbeitsplatz schafft eine deutlichere Trennung:

  • Der Weg zum Arbeitsplatz markiert den Beginn des Arbeitstages.
  • Private Räume bleiben privat.
  • Nach dem Verlassen des Büros ist die Arbeit räumlich abgeschlossen.
  • Kunden und Geschäftspartner müssen nicht in der Privatwohnung empfangen werden.

Gerade für Selbständige, die dauerhaft von zu Hause aus arbeiten, kann bereits ein oder zwei Tage Coworking pro Woche eine sinnvolle Struktur schaffen.

3. Ergonomie und technische Infrastruktur

Ein professioneller Arbeitsplatz besteht nicht nur aus einem Tisch und einem Internetanschluss. Für regelmässiges Arbeiten sind unter anderem folgende Punkte wichtig:

  • geeigneter Bürostuhl,
  • ausreichend grosser Tisch,
  • korrekt positionierter Bildschirm,
  • externe Tastatur und Maus,
  • angemessene Beleuchtung,
  • genügend Bewegungsraum,
  • stabile und sichere Internetverbindung,
  • Möglichkeit zum Drucken oder Scannen,
  • geeignete Umgebung für Videokonferenzen.

Die SECO-Studie stellte unter anderem Defizite bei der Anpassung von Tisch und Stuhl, bei der Positionierung der Arbeitsplätze im Raum und beim Schutz vor Blendung fest. Nur etwa ein Drittel der Teilnehmenden verfügte über einen höhenverstellbaren Tisch. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

Wer zu Hause bereits über ein vollständig eingerichtetes Arbeitszimmer verfügt, hat in diesem Bereich möglicherweise keinen zusätzlichen Bedarf. Wer hingegen regelmässig am Küchen- oder Esstisch arbeitet, sollte die langfristigen gesundheitlichen und organisatorischen Nachteile berücksichtigen.

4. Austausch ohne Grossraumbüro

Ein häufiger Nachteil des dauerhaften Homeoffice ist der fehlende persönliche Kontakt. Das betrifft nicht nur soziale Gespräche, sondern auch den informellen fachlichen Austausch.

Untersuchungen zu Coworking Spaces zeigen, dass Kontakte zwischen den Nutzern als Form sozialer Unterstützung wahrgenommen werden können. Eine Studie mit Coworking-Nutzern stellte ausserdem einen positiven Zusammenhang zwischen dem Arbeitsumfeld, sozialen Interaktionen und der wahrgenommenen Produktivität fest. Solche Ergebnisse bedeuten nicht, dass jeder Coworking Space automatisch produktiver macht. Entscheidend sind die Zusammensetzung der Nutzer, die Atmosphäre und die Gestaltung der Räumlichkeiten. :contentReference[oaicite:4]{index=4}

Nicht jeder Selbständige sucht ein grosses berufliches Netzwerk oder tägliche Gemeinschaftsveranstaltungen. Viele benötigen lediglich eine professionelle Umgebung, gelegentlichen persönlichen Kontakt und ansonsten Ruhe. Ein kleiner Coworking Space kann dafür geeigneter sein als ein stark frequentiertes Gemeinschaftsbüro.

5. Kundentermine und professionelle Aussenwirkung

Videokonferenzen können viele Besprechungen ersetzen. Für bestimmte Gespräche bleibt ein persönliches Treffen jedoch sinnvoll oder notwendig. Dazu gehören beispielsweise:

  • Erstgespräche mit neuen Kunden,
  • Vertragsverhandlungen,
  • Präsentationen,
  • Workshops,
  • Bewerbungsgespräche,
  • vertrauliche Besprechungen,
  • Sitzungen mit mehreren Teilnehmern.

Eine Privatwohnung ist dafür häufig ungeeignet. Restaurants und Hotellobbys bieten nur eingeschränkte Vertraulichkeit und wirken je nach Anlass wenig professionell.

Ein Coworking Space mit Sitzungszimmer ermöglicht es, Kunden in einer geschäftlichen Umgebung zu empfangen, ohne dauerhaft ein eigenes Büro mit Konferenzraum finanzieren zu müssen.

6. Geschäftsadresse und Privatsphäre

Bei Selbständigen und kleinen Firmen dient die Privatadresse häufig gleichzeitig als Geschäftsadresse. Dadurch wird die Wohnadresse unter Umständen auf der Website, auf Rechnungen, in Verzeichnissen oder im Handelsregister veröffentlicht.

Eine externe Geschäftsadresse kann die Trennung zwischen Unternehmen und Privatleben verbessern. Voraussetzung ist, dass es sich um eine tatsächlich nutzbare und korrekt organisierte Geschäftsadresse handelt. Je nach Unternehmensform und konkreter Nutzung müssen ausserdem die Anforderungen des Handelsregisters sowie vertragliche und steuerliche Fragen berücksichtigt werden.

Ein Firmendomizil sollte deshalb nicht nur aus der Weiterleitung von Briefen bestehen. Für einen seriösen Unternehmensstandort sind eine geregelte Postannahme, eine eindeutige Beschriftung, erreichbare Räumlichkeiten und klare vertragliche Vereinbarungen wichtig.

7. Kosten und Flexibilität

Auf den ersten Blick ist Homeoffice meistens die günstigste Lösung. Diese Betrachtung berücksichtigt jedoch nicht immer sämtliche Kosten und Einschränkungen.

Mögliche zusätzliche Aufwendungen im Homeoffice sind:

  • Büromöbel und Bildschirme,
  • zusätzlicher Platzbedarf in der Wohnung,
  • Strom und Internet,
  • Drucker und Verbrauchsmaterial,
  • externe Sitzungszimmer,
  • geschäftliche Lager- oder Archivflächen,
  • eine separate Geschäftsadresse.

Ein eigenes Büro bietet die grösste Kontrolle und Privatsphäre, verursacht aber langfristige Fixkosten. Neben dem Mietzins entstehen häufig Kosten für Nebenkosten, Internet, Reinigung, Mobiliar, Versicherungen und Unterhalt.

Coworking liegt zwischen diesen beiden Lösungen. Die Kosten sind höher als bei einem bereits vorhandenen Arbeitsplatz zu Hause, aber meist flexibler als eine klassische Büromiete. Ob daraus tatsächlich eine Ersparnis entsteht, hängt von der benötigten Fläche, der Nutzungsdauer und den enthaltenen Leistungen ab.

Homeoffice, Coworking und eigenes Büro im Vergleich

KriteriumHomeofficeCoworkingEigenes Büro
Laufende Kostenmeist niedrignutzungsabhängigvergleichsweise hoch
Flexibilitätsehr hochhochabhängig vom Mietvertrag
Trennung von Beruf und Privatlebenhäufig eingeschränktgutsehr gut
Professionelle Kundenterminenur bedingtgut möglichgut möglich
Technische Infrastrukturselbst zu organisierenhäufig inbegriffenselbst zu organisieren
Soziale Kontakteeher geringje nach Konzept vorhandenabhängig vom Unternehmen
Privatsphäreinnerhalb der Wohnungabhängig von Raumangebothoch
Geschäftsadresseprivate Adressehäufig möglichmöglich
Administrativer Aufwandniedrigniedrigvergleichsweise hoch

Für wen eignet sich Coworking besonders?

Ein Coworking-Arbeitsplatz kann besonders sinnvoll sein für:

  • Selbständige ohne separates Arbeitszimmer,
  • Berater mit regelmässigen Kundenterminen,
  • Freelancer, die nicht dauerhaft allein arbeiten möchten,
  • Angestellte mit weit entferntem Unternehmensstandort,
  • kleine Firmen ohne Bedarf an einem täglichen Vollzeitbüro,
  • neu gegründete Unternehmen,
  • Firmen mit Bedarf an einer seriösen Geschäftsadresse,
  • Projektteams, die sich nur an bestimmten Tagen treffen.

Weniger sinnvoll ist Coworking möglicherweise für Personen, die zu Hause bereits über ein professionelles Einzelbüro verfügen, keinerlei Kundentermine haben und dauerhaft absolute Vertraulichkeit benötigen.

Häufig ist eine Kombination die beste Lösung

Die Entscheidung muss nicht zwingend zwischen hundert Prozent Homeoffice und einem täglichen Büroarbeitsplatz fallen. Für viele Tätigkeiten ist ein hybrides Modell zweckmässig.

Routinearbeiten und kurze administrative Aufgaben können zu Hause erledigt werden. Für konzentrierte Arbeitstage, Besprechungen, Kundentermine und den fachlichen Austausch wird ein externer Arbeitsplatz genutzt.

Dadurch bleiben die Vorteile des Homeoffice erhalten, während dessen wichtigste Nachteile reduziert werden.

Ruhiges Coworking in Wollerau

E11 Coworking Wollerau ist bewusst nicht als grosser, anonymer Coworking Space konzipiert. Die Zahl der Nutzer ist beschränkt und der Schwerpunkt liegt auf einer ruhigen, professionellen Arbeitsatmosphäre.

Zur Verfügung stehen flexible Arbeitsplätze, ein abschliessbares privates Büro, eine Geschäftsadresse mit physischer Präsenz sowie ein Konferenzraum für bis zu zehn Personen. Der Standort an der Etzelstrasse 11 liegt wenige Gehminuten vom Bahnhof Wollerau entfernt und ist auch über den nahe gelegenen Autobahnanschluss gut erreichbar. :contentReference[oaicite:5]{index=5}

Wer prüfen möchte, ob Homeoffice, Coworking oder eine Kombination aus beiden Lösungen besser zur eigenen Tätigkeit passt, kann die Räumlichkeiten nach Terminvereinbarung besichtigen.

[Arbeitsplatz oder Besichtigung unverbindlich anfragen]


Quellen

  • Bundesamt für Statistik: Die Schweiz in Zahlen – Statistisches Jahrbuch 2024, Abschnitt Homeoffice.
  • Staatssekretariat für Wirtschaft SECO: Empirische Studie über die Arbeitsgestaltung im Homeoffice in Schweizer Betrieben, 2025.
  • Gerdenitsch et al.: Coworking Spaces: A Source of Social Support for Independent Professionals, 2016.
  • Bueno, Rodríguez-Baltanás und Gallego: Coworking Spaces: A New Way of Achieving Productivity, 2018.

Stand: Juli 2026

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